Skip to main content
Vorhofflimmern ist die häufigste Ursache für Schlaganfälle. Regelmäßiges Blutdruck messen hilft, das Schlaganfallrisiko rechtzeitig zu erkennen.

Vorhofflimmern ist eine verbreitete Form der Herzrhythmusstörung, die in den Herzvorhöfen ausgelöst wird und sich auf das gesamte Herz auswirken kann. In Deutschland leidet über eine Million Menschen an Vorhofflimmern. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter. Oftmals bleibt Vorhofflimmern unbemerkt.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und Behandlungsformen von Vorhofflimmern.

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist die häufigste dauerhafte Störung des Herzrhythmus bei Erwachsenen. Es ist nicht lebensgefährlich, erhöht jedoch das Risiko für Blutgerinnsel und damit für Embolien sowie Schlaganfall. Die Verteilungen unter Männern und Frauen ist etwa gleich. Etwa 10 Prozent der 70-jährigen sind von Vorhofflimmern betroffen. Bei Kindern und jungen Erwachsenen tritt Vorhofflimmern seltener auf. Vorhofflimmern kann die Folge einer Vorerkrankung sein, aber auch als eigene Erkrankung auftreten. Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu 200.000 neuen Schlaganfällen – jeder fünfte aufgrund von Vorhofflimmern. Experten schätzen, dass die Zahl der Betroffenen weiterhin stark ansteigen wird. Viele Betroffene wissen jedoch nichts von ihrer Erkrankung.

Wie entsteht Vorhofflimmern

Vorhofflimmern entsteht in oder an den Vorhöfen des Herzens. Das Herz besteht aus vier Höhlen, dem linken und rechten Vorhof (Atrien) sowie der linken und rechten Herzkammer (Ventrikel).

Ein normaler Herzrhythmus beginnt mit einem elektrischen Reiz im sogenannten Sinusknoten, einem Nervengeflecht im rechten Herzvorhof. Angeregt durch diesen Reiz ziehen sich die Vorhöfe zusammen. Dann kommt der elektrische Reiz im AV-Knoten an und wird gebündelt an die Kammern weitergegeben. Durch diesen gleichmäßigen Sinusrhythmus pumpt das Herz Blut durch den Körper und versorgt die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Wenn Sie von Vorhofflimmern betroffen sind, so können die folgenden neurophysiologischen Störungen vorliegen:

  1. Extrasystolen: Zusätzliche elektrische Impulse, die an der Mündung der Lungenvenen in den linken Vorhof entstehen führen zu Extraschlägen im Vorhof, den sogenannten Extrasystolen.
  2. Kreisende Erregungen im Vorhof, die durch Narbengewebe oder angeborene anatomische Besonderheiten ausgelöst und aufrechterhalten werden.

Der Begriff „Flimmern“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Herzvorhöfe durch fehlerhafte elektrische Impulse schnell und unkontrolliert bewegen (Arrythmie), anstatt rhythmisch zu pumpen. Das Herz gerät aus dem Takt.

Vergleich Sinusrhythmus und Vorhofflimmern

Wie unterscheiden sich Sinusrhythmus und Vorhofflimmern?

Welche Arten von Vorhofflimmern gibt es?

Vorhofflimmern lässt sich anhand der Dauer und Häufigkeit des Auftretens in verschiedene Arten unterteilen. Die Kardiologie unterscheidet Vorhofflimmern in folgende Arten: paroxysmales Vorhofflimmern, persistierendes Vorhofflimmern, permanentes Vorhofflimmern und idiopathisches Vorhofflimmern.

Paroxysmales Vorhofflimmern

Diagnostiziert Ihr Arzt ein „paroxysmales Vorhofflimmern“, so meint er, dass das Flimmern anfallsartig auftritt. Eine paroxysmale, also anfallsweise Flimmer-Episode ist meistens nach 48 Stunden vorbei, kann aber auch bis zu 7 Tage andauern. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Herzen Blutgerinnsel gebildet haben, steigt mit der Zeit an. Aus paroxysmalen Anfällen können chronische Formen erwachsen.

Persistierendes Vorhofflimmern

Unter dem Begriff „persistierendes Vorhofflimmern“ versteht man Flimmer-Episoden, die:

  • länger als 7 Tage andauern,
  • bei denen eine Maßnahme zum Wiederherstellen des normalen Herzschlags, wie die Kardioversion erforderlich ist,
  • oder bei denen Medikamente zum Beenden erforderlich sind.

Bei einem lang anhaltenden persistierenden Vorhofflimmern besteht das Flimmern länger als 1 Jahr, kann jedoch durch geeignete Therapien wieder in einen gesunden Schlagrhythmus gebracht werden.

Permanentes Vorhofflimmern

Ein permanentes Vorhofflimmern lässt sich weder durch Medikamente, noch durch andere therapeutische Maßnahmen beheben. Der Sinusrhythmus bleibt dauerhaft unkontrolliert. Der Kardiologe und vor allem die Patienten können diese Form des Vorhofflimmerns nur akzeptieren und gemeinsam nach Wegen suchen, um damit umzugehen.

Vorhofflimmern und Vorhofflattern

Vorhofflimmern und Vorhofflattern wird oft synonym verwendet. Seit 2011 gibt es auch in der ICD-10 nur noch eine gemeinsame Kennung für Vorhofflimmern und Vorhofflattern.

Es gibt allerdings Unterschiede. Vorhofflimmern ist schneller als Vorhofflattern. Zudem sehen die EKGs der beiden Rhythmusstörungen unterschiedlich aus. Während das Echokardiogramm bei Vorhofflattern sägezahnförmige P-Wellen zeigt, enthält das EKG bei flimmernden Vorhöfen komplett unregelmäßige Zacken.

Vorhofflattern tritt seltener chronisch auf, kann aber in Vorhofflimmern übergehen.1

Die Grafik zeigt die wichtigsten Faktoren wie Bluthochdruck oder Vorhofflimmern für einen Schlaganfall.

Vorhofflimmern ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall


Vorhofflimmern Ursachen

Vorhofflimmern kann isoliert auftreten, oder als Folge von bestehenden Herzerkrankungen wie Hypertonie oder Aortenklappenstenose, sowie von anderen Grunderkrankungen wie Diabetes oder Überfunktion der Schilddrüse. Tritt es isoliert auf, so spricht man von idiopathischem Vorhofflimmern.

Welche Krankheit verursacht Vorhofflimmern?

Folgende Erkrankungen sind häufige Ursachen für Vorhofflimmern:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Herzklappenfehler (z.B. Aortenklappenstenose oder Mitralklappenstenose)
  • Herzoperationen (Problem durch Narbengewebe)
  • Herzinfarkt
  • Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathie)
  • Angina Pectoris
  • Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose und Koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Diabetes mellitus
  • Überfunktion der Schilddrüsen
  • Erkrankungen der Lungen (z.B. Lungenembolie)
  • Nierenerkrankungen
  • Schlafapnoe

In unserm Ratgeber finden Sie weitere Informationen rund um diese Vorerkrankungen.

Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz (Herzschwäche, Herzmuskelschwäche) können sich gegenseitig begünstigen. Durch den veränderten Blutstrom verstärkt Vorhofflimmern die Symptome einer Herzinsuffizienz. Eine Herzschwäche in der linken Herzkammer kann das Flimmern verursachen und bestärken.

Vorhofflimmern – Risikofaktoren

Folgende Risikofaktoren begünstigen das Auftreten von Vorhofflimmern:

  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Stress
  • Übergewicht
  • Höheres Alter
  • Vorausgegangener Schlaganfall
  • Vorhofflimmern ohne erkennbare Ursache?

    Bei manchen Patienten tritt Vorhofflimmern scheinbar ohne Ursache, ohne Grunderkrankung und ohne erkennbare Risikofaktoren auf – man bezeichnet diese Fälle als idiopathisches Vorhofflimmern. Besonders für junge Patienten ist das sehr belastend, weil sie selbst mit einem sehr gesunden Lebenswandel nicht zur Therapie beitragen können.

    Seit ein paar Jahren mehren sich die Hinweise auf eine genetische Veranlagung für Vorhofflimmern.2,3


    Vorhofflimmern Symptome

    Typische Symptome von Vorhofflimmern sind Herzstolpern, Atemnot, Schwindel und Angst – allerdings spüren viele Patienten nichts oder deuten die Symptome nicht richtig.

    Besonders bei dem zu Beginn plötzlich auftretenden paroxysmalen Vorhofflimmern ist das der Fall. Wird das Vorhofflimmern persistierend, können die Anzeichen stärker werden. Jedoch kann sich der Körper auch auf diesen Zustand einstellen und es ist möglich, dass sich keine ausgeprägten Anzeichen zeigen. So kann es sein, dass eine Rhythmusstörung erst nach einem Schlaganfall diagnostiziert wird.

    Mögliche Symptome für Vorhofflimmern sind:

    • Herzstolpern oder Herzrasen
    • Schwindel bis zur Ohnmacht
    • Atemnot oder Kurzatmigkeit
    • Schmerzen in der Brust
    • Innere Unruhe oder Angstgefühle
    • Müdigkeit oder Erschöpfung
    • Schwitzen

    Abhängig davon, wie schnell das Herz schlägt, sind auch die Beschwerden: Ein rasendes Herz oder Brustenge zeigen sich eher bei einem zu schnellen Herzschlag. Bei einem zu langsamen Takt leiden die Betroffenen eher an Müdigkeit, Schwindel oder Ohnmachtsanfällen.


    Vorhofflimmern Diagnose

    Eine möglichst frühzeitige Diagnose zur Schlaganfallprävention ist wichtig. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Die Deutsche Herzstiftung rät deshalb, regelmäßig den Puls zu kontrollieren, um frühzeitig einen auffälligen Herzschlag festzustellen und diesen im Arztgespräch abklären zu können.


    Vorhofflimmern kann man an einem unregelmäßigen, äußerst hohen Herzschlag erkennen. Mit der Hand können Sie selbst Puls messen. Komfortabler ist es mit einem modernen Blutdruckmessgerät wie dem Modell visomat double comfort. Es kann Störungen im Herzrhythmus und sogar Vorhofflimmern erkennen.


    Vorhofflimmern: Wann zum Arzt?

    Sie sollten Kontakt zu Ihrem Arzt aufnehmen, wenn Ihr Blutdruckmessgerät mehrfach eine Herzrhythmus-Warnung anzeigt, Sie selbst einen unregelmäßigen oder sehr schnellen Puls ertasten oder wenn Sie Symptome verspüren, die auf Vorhofflimmern schließen lassen.

    Anzeichen wie Schwindel, Kurzatmigkeit, innere Unruhe oder Leistungsschwäche sollten sicherheitshalber in einem Arztgespräch abgeklärt werden. Um einen Schlaganfall zu vermeiden, ist es wichtig, dass mögliches Vorhofflimmern frühzeitig festgestellt wird. Es gibt mittlerweile gute Möglichkeiten der Behandlung. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen und Unklarheiten direkt anzusprechen.

    Die Grafik zeigt eine unregelmäßige Abfolge des normalen Herzschlags. Die Störungen sind eingezeichnet. Die Herzrhythmusstörungen können bei der Blutdruckmessung erkannt werden.

    Herzrhythmusstörungen erkennen | © visomat

    Was macht der Arzt bei Vorhofflimmern?

    Bei Verdacht auf Vorhofflimmern wird Ihr Arzt zunächst eine sogenannte Anamnese durchführen, er wird Sie also gezielt befragen. Dann wird er ihren Puls ermitteln und seine Diagnose im Verdachtsfall mit einem EKG bestätigen.

    Mit der Anamnese möchte Ihr Kardiologe folgendes klären:

    • ob es sich um Vorhofflimmern handelt
    • ob eine Vorerkrankung besteht
    • ob Komplikationen zu erwarten sind
    • welche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung stehen
    • ob eine Blutgerinnungshemmung nötig ist

    Bei der Anamnese wird Ihr Kardiologe folgendes fragen:

      Dauer und Häufigkeit der Herzprobleme

    1. Mögliche Auslöser (bestehende Erkrankungen, Alkohol, Schlafmangel)
    2. Weitere Beschwerden während des Vorhofflimmerns
    3. Bereits erfolgte Therapien
    4. Erbliche Vorbelastung

    Natürlich wird Ihr Arzt bei Verdacht auf Vorhofflimmern nicht nur Fragen stellen. Folgende körperliche Untersuchungen kann es geben:

    • Kontrolle von Ruhepuls und Blutdruck
      Wenn Ihr Puls beim Arztbesuch unregelmäßig ist und/oder über 100 Schlägen pro Minute liegt, so kann es sich um Vorhhofflimmern handeln. Die Rhythmusstörung kann jedoch nur mit einem KG (Elektrokardiogramm) und ggf. weiteren Untersuchrungen eindeutig festgestellt werden.
    • Langzeit-EKG
      Gerade bei anfallsartigem paroxysmalem Vorhofflimmern kann es sein, das Sie in der Praxis keine auffälligen Messwerte haben. Dann kommt das Langzeit-EKG zum Einsatz, das Ihre Werte über einen längeren Zeitraum protokolliert.
    • Belastungs-EKG
      Das Belastungs-EKG wird eingesetzt, um die Reaktion des Herzens und des Organismus unter körperlicher Belastung zu überprüfen.
    • Blutuntersuchung
      Durch ein Blutbild können eventuell vorliegende Grunderkrankungen wie z. B. eine Schilddrüsenerkrankung festgestellt werden.
    • Ultraschall
      Eine Ultraschall-Untersuchung dient zur Beurteilung der Herzstruktur, der Funktion oder Feststellung eventuell vorliegender Herzklappenfehler.
    • Röntgen
      Durch Röntgenaufnahmen des Oberkörpers können mögliche Lungenerkrankungen festgestellt werden.

    Wie gefährlich ist Vorhofflimmern?

    Im Gegensatz zum gefährlichen Kammerflimmern ist Vorhofflimmern nicht direkt lebensbedrohlich. Durch mögliche Blutgerinnsel drohen jedoch auch hier Gefahren.

    Oft geht Vorhofflimmern von einem anfallartigen in ein dauerhaftes Flimmern über und die Pumpleistung des Herzens sinkt. Diese Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich mindern.

    Während der Flimmer-Episoden ist die Flussgeschwindigkeit des Blutes in den Vorhöfen stark verlangsamt. Das gibt den Blutplättchen Zeit, um zu verklumpen und Gerinnsel zu bilden. Löst sich ein Gerinnsel und gelangt ins Gehirn, so kann es Gefäße verschließen und einen Schlaganfall auslösen. Deshalb haben Menschen mit Vorhofflimmern ein vier- bis fünffach höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.


    Vorhofflimmern Behandlung

    Die Möglichkeiten der Behandlung hängen ab von der Art und der Dauer des Vorhofflimmerns. Je früher die Erkrankung festgestellt wird, umso einfacher ist es, den gesunden Herzrhythmus zu normalisieren. Denn der Körper hat sich noch nicht an die Herzrhythmusstörungen gewöhnt und angepasst.

    Das Ziel des behandelnden Mediziners ist es, einen normalen Sinusrhythmus wiederherzustellen, oder diesem möglichst nahe zu kommen. Bei einer vorliegenden Grunderkrankung als Auslöser der Rhythmusstörungen wird diese zuerst behandelt. Meistens wird Ihr Arzt versuchen, den Sinusrhythmus durch Medikamente zu normalisieren.

    Folgende Therapieformen gibt es, um Vorhofflimmern zu behandeln.

    Form der BehandlungBeschreibung

    Medikamente

    Antiarrhythmika wie Digitalisglykoside bremsen das Vorhofflimmern, indem sie die Reizverarbeitung im Herzen verändern und damit die Herzfrequenz senken.

    Parallel dazu werden fast immer Gerinnungshemmer verabreicht, um Gerinnselbildung zu verhindern (Antikoagulation, Blutverdünnung).

    KardioversionEine elektrische Kardioversion ist ein kurzer Elektroschock, der das Herz wieder in den Sinusrhythmus bringen soll. Vor der Kardioversion wird der Patient in Kurznarkose versetzt.
    KatheterablationBei der Katheterablation führt der Arzt ein Katheter in Herz ein und verödet die Quelle der Störimpulse mit Hochfrequenzstrom.
    Kryoballon-AblationDie Kryoballon-Ablation ähnelt der Katheterablation. Hier wird der störende Bereich um die vier Lungenvenen mittels Kälte verödet.
    HerzschrittmacherWechseln sich Phasen mit schnellem Rhythmus (Tachykardie) und Phasen mit zu langsamem Herzschlag ab, oder besteht die Gefahr einer Bradykardie durch die Medikation, so kann ein Herzschrittmacher zur Rhythmuskontrolle sinnvoll sein. Er kann Ohnmachtsanfälle verhindern.

    Eine individuell abgestimmte Behandlung ist wichtig, um das Schlaganfallrisiko zu minimieren und unterschiedliche Aspekte der Erkrankung abzudecken.


    Was tun bei Vorhofflimmern?

    Achten Sie auf Ihr Herz, indem Sie regelmäßig Ihre Blutdruckwerte und Ihren Puls ermitteln. Bemerken Sie einen schnellen oder unregelmäßigen Puls, so sollten Sie das mit Ihrem Kardiologen besprechen. Auch Symptome wie Schwindel, Atemnot, Brustschmerzen und Erschöpfung sollten Sie beachten.

    Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, möglichst wenig Stress, wenig Alkohol und ein reduziertes Gewicht helfen, Bluthochdruck und die Belastung des Herzens zu senken. So lassen sich präventiv Krankheiten vermeiden, die ein Flimmern der Vorhöfe auslösen können.

    Patienten mit Vorhofflimmern sollten besonders besonnen mit ihrem Körper umgehen und zusätzlich zur gesunden Lebensweise auf die richtige medikamentöse Therapie achten.

    Tipps für einen Akutfall:

    1. Hinsetzen, langsam ein- und ausatmen und ein kaltes Glas Wasser trinken
    2. Versuchen Sie die Luft anzuhalten kann ebenfalls zur Linderung beitragen
    3. Wenn die Beschwerden nicht abklingen oder weitere Beschwerden hinzukommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen oder ggf. den Notarzt rufen.
    4. Um vorbereitet zu sein, sollten Sie Ihre Papiere, den Medikamentenpass sowie eine Notfallnummer eines Angehörigen griffbereit halten

    Vorhofflimmern Ernährung

    Bei Vorhofflimmern gelten die gleichen Ernährungsregeln wie bei anderen Herzkrankheiten. Hier ein paar Tipps für eine gesunde Mittelmeerküche. Denn die ist auch in Deutschland empfehlenswert.

    1. Pflanzliche Öle mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren sind gesund. Butter kann dagegen eher eine Gefäßverengung verursachen.
    2. Auch Fisch liefert viele ungesättigte Fettsäuren, besonders Omega 3 Fettsäuren. Rotes Fleisch sollte nur in Maßen verzehrt werden, denn es kann Herzkreislauf-Erkrankungen begünstigen.
    3. Obst und Gemüse sind ein wichtige Vitamin- und Ballaststoff-Lieferanten und gut für die Verdauung und den Cholesterinspiegel. Auch Knoblauch und frische Kräuter sind gesund. Auf hohen Salzkonsum sollte dagegen verzichtet werden.
    4. Als Energiequelle für unseren Körper dienen die Kohlehydrate aus Nudeln, Reis und Brot. Auf diese sollten Sie nicht verzichten.
    5. Mäßiger Alkoholgenuss verursacht bei Patienten mit Vorhofflimmern in der Regel keine Probleme. Alkoholexzesse und übermäßiger Genuss sollten aber vermieden werden.
    6. Genussmittel wie starker Tee oder Kaffee bzw. koffeinhaltige Getränke sollten nur begrenzt konsumiert werden, denn ein übermäßiger Genuss kann die Herzfrequenz steigen lassen.

    Vorhofflimmern Sport

    Bewegung ist grundsätzlich gut für unser Herzkreislaufsystem, auch im fortgeschrittenen Alter. Neben der positiven Auswirkung auf die Blutwerte kann dadurch auch das Schlaganfallrisiko gesenkt werden. Aber ist Sport auch bei bestehendem Vorhofflimmern sinnvoll?

    Moderate Bewegung ist in der Regel für alle gut und wichtig, um den Biorhythmus aufrecht zu erhalten. Sie schützt vor Herzerkrankungen, kann den Blutdruck senken, sorgt für einen guten Schlaf, hebt die Stimmung und ist wichtig für unsere Gewichtskontrolle. Das richtige Maß zu finden, ist jedoch von Fall zu Fall verschieden. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Mediziner, welche sportliche Betätigung für Sie in Frage kommt.

    Welches Blutdruckmessgerät bei Vorhofflimmern?

    Ein Blutdruckmessgerät mit rein oszillometrischer Messung ist bei Vorhofflimmern nicht geeignet. Denn dafür ist eine konstante Pulswelle zwingend notwendig. Vorhofflimmern kann eine oszillometrische Messung verfälschen.

    Als vollautomatisches Blutdruckmessgerät ermittelt visomat double comfort die Werte auch nach der Korotkow-Methode.

     

    Die Grafik zeigt die beiden Messmethoden der oszillometrischen Messung und der Messung nach Korotkow.

    Blutdruck-Messmethoden bei Vorhofflimmern im Vergleich | © visomat

     

     

    Das Bild zeigt die Blutdruckmessgeräte visomat double comfort und visomat handy express mit der Funktion Vorhofflimmern erkennen

    visomat double comfort und visomat handy express

    Das in die Manschette des double comfort integrierte Mikrofon hört wie bei der Messung mit dem Stethoskop die Verwirbelungsgeräusche in der Arterie. Systole und Diastole werden erkannt und nicht errechnet, was zu präziseren Ergebnissen führt. Herzrythmusstörungen haben daher keine Auswirkungen auf das Messergebnis. visomat double comfort wurde außerdem speziell für Diabetiker an der Medizinische Fakultät Carl Carus der Technischen Universität Dresden klinisch geprüft.

    Auch das Handgelenk-Blutdruckmessgerät visomat handy express erkennt das Flimmern der Vorhöfe. Die Hochgeschwindigkeits-Pulsabtastung tastet den Puls 5-mal häufiger ab als bei herkömmlichen Blutdruckmessgeräten.

    Quellen:
    1Noti, F.: Vorhofflimmern und Vorhofflattern: so ähnlich und so verschieden. Swiss Medical Forum – Schweizerische Medizin-Forum. Volume 40. 2015.
    2Ellinor, P.T. et al.: Common variants in KCNN§ are associated with lone atrial fibrillation. Nature Genetics. Volume 42. 2010.
    3Sinner MF. et al.: The non-synonymous coding IKr-channel variant KCNH2-K897T is associated with atrial fibrillation: results from a systematic candidate gene-based analysis of KCNH2 (HERG). Eur Heart J. Volume 7. 2008.


    Ähnliche Beiträge

    Herzrhythmusstörungen

    Die Grafik zeigt eine unregelmäßige Abfolge des normalen Herzschlags. Die Störungen sind eingezeichnet. Die Herzrhythmusstörungen können bei der Blutdruckmessung erkannt werden.

    Herzrhythmusstörungen sind Abweichungen vom normalen Herzrhythmus. Zu den bekanntesten Herzrhythmusstörungen gehören Bradykardie (Herzschlag zu langsam), Tachykardie (Herzschlag zu schnell), Arrhythmie (Herzschlag unregelmäßig) und Vorhofflimmern. Mitunter bleiben die Veränderungen in Herzschlag und Puls unbemerkt. Unbehandelt können Herzrhythmusstörungen gefährliche Folgen haben.

    Herzinfarkt Symptome

    Herzinfarkt? Mann mit Schmerzen in der Brust.

    Herzinfarkt-Symptome, das sind z. B. Schmerzen im Brustkorb und in den Armen. Bei einem Hinterwandinfarkt treten oft anhaltende Schmerzen im Oberbauch auf. Herzinfarkt bei Frauen kündigt sich hingegen mit unspezifischen Symptomen an, darunter sind Übelkeit und Rückenschmerzen. Fahle Haut, kalter Schweiß und Angstgefühle wurden bei beiden Geschlechtern beobachtet.

    Herzrasen

    Herzrasen (Tachykardie) beschreibt einen Anstieg der Herzfrequenz. Ein normaler Puls liegt zwischen 50 und 100 Herzschlägen pro Minute. Mehr als 100 Schläge pro Minute bezeichnet man als Tachykardie, bzw. Herzrasen. Ursachen für Herzrasen können Freude, Stress oder eine Krankheit sein.