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Das Bild zeigt eine Familie am Strand. Die Personen sind entspannt und der Puls ist in Ruhe

Der Ruhepuls („normaler Puls“), sagt aus, wie oft unser Herz in einer Minute schlagen muss, um den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Bei gesunden Erwachsenen liegt der Ruhepuls zwischen ca. 60 und 80 Schlägen pro Minute.

Wie schnell das Herz im Ruhezustand schlägt, ist abhängig vom Alter und bei jedem unterschiedlich. Bei Bewegung oder Aktivität steigt unser Puls, weil dann mehr Blut in die Muskeln gepumpt werden muss.

Sie haben sich schon immer gefragt, was Ihr Pulswert aussagt? In diesem Artikel erfahren Sie, ob Ihr Ruhepuls normal ist und erhalten praktische Ruhepuls-Tabellen.

Was ist ein normaler Puls?

Der Ruhepuls ist der Pulsschlag, den wir im Ruhezustand haben. Er wird auch als „normaler Puls“ bezeichnet. Zwischen 60 bis 80 Schläge pro Minute hat der ideale Ruhepuls. Wie der Puls im Allgemeinen, ist auch der Ruhepuls kein starrer Wert, sondern abhängig von vielen weiteren Faktoren. Dazu zählen

  • das Wetter
  • die Tageszeit
  • Hormone
  • Infektionen und Fieber
  • Stress
  • Alkohol
  • Koffein

Manchmal rast unser Puls und das Herz schlägt selbst im Ruhezustand bis zum Hals. Unsere körperliche und psychische Verfassung lässt sich daher schon anhand des Pulses messen. Deshalb ist der Ruhepuls für Mediziner ein wichtiger Indikator.
Neben einer normalen Pulsfrequenz sollte auch der Pulsdruck normal sein.

Was ist ein niedriger Puls?

Von einem niedrigen Puls, einer Bradykardie spricht man bei Erwachsenen von weniger als 60 Schlägen pro Minuten. Vor allem bei trainierten Sportlern kommt eine Bradykardie häufig vor, wenn sich das Herz an das Training angepasst hat.

Ein niedriger Ruhepuls hat verschiedene Ursachen. Oft haben Sportler einen niedrigen Puls, denn ein gut trainiertes Herz kann mit einem Herzschlag deutlich mehr Blut in die Muskeln pumpen und muss deshalb seltener schlagen. Auch Patienten, die Medikamente wie Beruhigungsmittel, Betablocker oder Opiate einnehmen, haben einen langsameren Puls.

Es können jedoch auch Krankheiten dahinterstecken:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Hashimoto
  • Hirnhautentzündung
  • Herzmuskelentzündung
  • Herzschwäche

Deshalb sollte auch ein zu niedriger Puls vorsichtshalber ärztlich abgeklärt werden.

Was ist ein hoher Puls?

Ein hoher Puls ist nicht gleichbedeutend mit einer Krankheit. Kurzfristig kann unser Puls durch viele Einflussfaktoren wie z. B. körperliche Anstrengung, Fieber oder Aufregung steigen. Auch Schwangere haben einen höheren Puls, um das Baby im Bauch mit ausreichend Blut zu versorgen. Ist der Ruhepuls jedoch dauerhaft erhöht, sollte dies ärztlich untersucht werden, um eine ernste Erkrankung auszuschließen. Bereits ab einem dauerhaften Puls von über 77 Schlägen pro Minute steigt das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Hat Ihr Ruhepuls mehr als 100 Schläge pro Minute, so spricht man von einer Tachykardie, einem zu schnellen Herzschlag.

Personen mit niedrigem Ruhepuls nehmen einen Pulsanstieg oft stärker wahr. Deshalb ist es ratsam, den Puls in solchen Situationen zu messen, z.B. mit einem Handgelenks-Messgerät wie dem visomat handy soft.

Ist die Anzahl Ihrer Pulsschläge tatsächlich dauerhaft erhöht, so sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen.

Die Grafik zeigt eine unregelmäßige Abfolge des normalen Herzschlags. Die Störungen sind eingezeichnet. Die Herzrhythmusstörungen können bei der Blutdruckmessung erkannt werden.

Herzrhythmusstörungen erkennen | © visomat

Was ist der Puls?

Der Puls ist die rhythmische Ausdehnung und Kontraktion unserer Gefäßwände, die durch die Herzaktion ausgelöst wird. Das Herz ist der Motor unseres Blutkreislaufes und pumpt permanent Blut durch unseren Körper. Es stellt so die Versorgung der Organe, des Gewebes und der Zellen mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen sicher. Die Aortenwände erweitern sich durch den Druckanstieg und ziehen sich durch die Elastizität wieder zusammen. Die entstehende wellenförmige Bewegung bezeichnet man als Pulswelle bzw. Puls.

Durch manuelles Tasten oder durch elektronische Pulsmessung am Handgelenk und an verschiedenen Körperregionen lässt sich die Gefäßausdehnung der Arterien bestimmen. Die Anzahl der Herzkontraktionen entspricht der Anzahl des gefühlten oder gemessenen Pulses als Ruhpuls oder bei Belastung.

Puls lässt sich unterscheiden in arteriellen und venösen Puls. Der Venenpuls wird medizinisch meist als weniger relevant angesehen. Man spricht hier auch von einer retrograden (rückwärts gerichteten) Fortleitung der Herzaktion in den Gefäßen. Der arterielle Puls (anterograde, vorwärts gerichtete Fortleitung) findet dagegen klinisch mehr Beachtung. Er gibt Auskunft über den individuellen Herzrhythmus, die Effektivität der Herzaktion den Blutdruck als auch über die systolische Druckanstiegsgeschwindigkeit und das Füllungsvolumen der Gefäße.

Von Pulsverlust, dem wichtigsten Indikator eines Kreislaufstillstands spricht man, wenn sich kein Puls mehr tasten oder messen lässt.

Welcher Ruhepuls ist gefährlich?

Einen Ruhepuls unter 50 und über 90 sollte beobachtet werden. Da Sport, aber auch Vorerkrankungen, einen starken Einfluss auf Ihren Ruhepuls haben, ist nicht jede Abweichung von den Normwerten per se gefährlich. Ärzte werden daher bei der Anamnese nach Ihrer Gesamtsituation und dem Freizeitverhalten fragen.

Neben zu niedriger Pulsfrequenz und Tachykardie gilt auch der unregelmäßige Puls als gefährlich. Dabei enthält die Herzfrequenz sogenannte Arrythmien oder Herzrhythmusstörungen. Der Puls ist dann entweder zu langsam oder zu schnell (Tachykardie).

Unregelmäßige Schläge können verschiedene Ursachen haben. Zu diesen zählen Schilddrüsenfunktionsstörungen, Stress und Kaliummangel. Schwere Herzrhythmusstörungen nehmen wir als Herzstolpern oder als Herzrasen wahr, mitunter auch als Aussetzen des Herzschlages. Diese Symptome sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, um gefährliche Komplikationen zu vermeiden.

Vorhofflimmern ist die häufigste Ursache für Schlaganfälle. Regelmäßiges Blutdruck messen hilft, das Schlaganfallrisiko rechtzeitig zu erkennen.

Vorhofflimmern erkennen | Foto: © visomat


Wie wird der Ruhepuls gemessen?

Den Ruhepuls misst man am besten morgens direkt nach dem Aufwachen – vor dem Aufstehen – um die gemessenen Werte besser vergleichen zu können. Puls messen kann man manuell oder elektronisch mit einer Pulsuhr oder einem Blutdruckmessgerät. Bei der Pulsmessung wird in der Regel die Anzahl der Impulse bzw. Schläge pro Minute angegeben.

Häufig erleiden Menschen einen Schlaganfall durch Vorhofflimmern ohne es zu wissen. Die Deutsche Herzstiftung rät daher zur regelmäßiges Messung des Ruhepulses, um frühzeitig einen auffälligen Puls feststellen zu können. Das Blutdruckmessgerät visomat double comfort kann erkennt Vorhofflimmern, eine der gefährlichsten Herzrhythmusstörungen.


Ruhepuls Normalwert-Tabellen

Durchschnittlicher Ruhepuls
Säuglingeca. 130/min
Kinderca. 83-100/min
Jugendlicheca. 78-85/min
Erwachseneca. 60-80/min
Seniorenca. 80/min

Der Ruhepuls ist stark abhängig von zahlreichen Einflüssen wie Wetter, Tageszeit oder auch Kaffeekonsum. Zudem wird er von persönlichen Faktoren wie Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht beeinflusst. Frauen haben meistens einen etwas höheren Puls als Männer. Einen einheitlich optimalen Puls gibt es daher nicht. Trotzdem lassen sich normale Pulswerte nach Kategorien als Orientierungshilfe in Tabellen angeben:

Ruhepuls bei Kindern

 FötusNeugeborenesKindergartenkindJugendliche
150-160/min120-140/Minca. 100/Minca. 85/Min

Der Körper eines Kindes durchläuft enorme Veränderungen, die sich unter anderem auf das Herz auswirken. Deshalb sollten Sie den Puls von Kindern nicht nach dem Maßstab für Erwachsene beurteilen.

Ruhepuls bei Erwachsenen

 ErwachseneSeniorenSportlerSchwangere
60-80/min70-90/Min30-40/MinErhöhung um 10-12/Min

Im Laufe des Lebens verändert sich der Ruhepuls. Zumeist werden die Arterien enger und unflexibler, was zu geringeren Pulswellen und erhöhter Pulsfrequenz führen kann.

Puls-Normalwerte-Tabelle zum Ausdrucken

Mit dieser praktischen Tabelle haben Sie die Richtwerte immer im Blick. Alternativ können Sie die Ruhepuls Normalwerte als PDF herunterladen und ausdrucken.

Grafik, die die Normalwerte für alle Generationen aufzeigt.

Ruhepuls-Normalwerte für alle Generationen.


Was tun bei niedrigem Puls?

Falls eine Therapie der Bradykardie notwendig ist, richtet sie sich nach der Ursache.

  • Ist ein Medikament ausschlaggebend, sollte dieses nach ärztlicher Absprache weggelassen oder ersetzt werden.
  • Medikamentöse Therapie, um den Herzrhythmus zu normalisieren
  • Einsatz eines Herzschrittmachers, falls eine medikamentöse Therapie nicht möglich ist.

Im Allgemeinen hilft eine gesunde Lebensweise mit vielen vitamin- und ballaststoffreichen Lebensmitteln um das Herz zu entlasten und zu unterstützen. Auch eine mögliche Gewichtsreduktion sowie der Verzicht auf Alkohol, Rauchen und Stress können helfen.


Wie kann man den Ruhepuls senken?

Ihr Arzt hat festgestellt, dass Sie unter einem zu hohen Puls leiden? Liegt wirklich eine Krankheit als Ursache vor, dann sollte zuerst eine entsprechende Behandlung erfolgen. Außerdem kann Ihnen Ihr Arzt Ratschläge geben, wie Sie Ihre Lebensumstände entsprechend anpassen können.

Gesunde Erwachsene können ihre Herzfrequenz durch regelmäßiges Ausdauertraining und Steigerung der Fitness senken. Unter ärztlicher Aufsicht ist dies auch für Patienten mit Vorerkrankungen wie Herzinsuffizienz möglich. Beispiele für gesundes Ausdauertraining:

  • Joggen
  • Nordic Walking
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Tanzen

Auch ein Blick auf die eigene Ernährung oder eine Gewichtsreduktion können hilfreich sein, um den Ruhepuls zu senken. Stressabbau hilft bei der Senkung der Herzfrequenz.

Tipp: Gerade ältere Menschen sollten auch dem Pulsdruck besondere Beachtung schenken.


Was ist der Belastungspuls?

Bei Bewegung und Aktivität steigt der Puls an. Der sogenannte Belastungspuls misst man während des Trainings. Da der Puls nach Belastung schnell wieder sinkt, sollte in den ersten 10 Sekunden nach Belastungsende gemessen werden. Sportler überprüfen oft Ihren Puls während des Trainings, um den optimalen Trainingspuls zu erreichen.

Der optimale Trainingspuls kann man anhand verschiedener Formeln berechnen. Es beschreibt den Pulsbereich, in dem der Sauerstofftransport und die Fettverbrennung optimal sind. Der Pulsbereich hängt von den angestrebten Zielen ab und wird möglichst zuverlässig mit Hilfe der Spiroergonomie ermittelt, bei der man auch den Blutdruck mitbestimmt. Der optimale Trainingspuls liegt dann meist bei 50 bis 75 Prozent des Maximalpulses – der schnellsten Pulsfrequenz, die man unter Belastung erreichen kann.

Regelmäßiges Ausdauertraining hält fit, stärkt unseren Herzkreislauf und lässt das Herz langsamer und kraftvoller pumpen. Der Ruhepuls eines Sportlers liegt meist zwischen 32 und 45 Schlägen/Min. Zudem sinkt die Herzfrequenz bei trainierten Ausdauersportlern nach dem Training deutlich schneller – man spricht von einer schnellen Regeneration. Dieser Erholungspuls zeigt an, wie schnell sich der Körper nach Belastung erholt und wie trainiert Herz und Kreislauf sind.

Weitere hilfreiche Informationen zum Thema Herzkreis finden Sie auch in unserem Ratgeber.

 


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