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Ein Arzt, der den Puls am Handgelenk mit zwei oder drei Fingern misst.

Was ist der Puls?

Der Puls ist die rhythmische Ausdehnung und Kontraktion unserer Gefäßwände, die durch die Herzaktion ausgelöst wird. Das Herz ist der Motor unseres Blutkreislaufes und pumpt permanent Blut durch unseren Körper. Es stellt so die Versorgung der Organe, des Gewebes und der Zellen mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen sicher. Die Aortenwände erweitern sich durch den Druckanstieg und ziehen sich durch die Elastizität wieder zusammen. Die entstehende wellenförmige Bewegung bezeichnet man als Pulswelle bzw. Puls.

Durch manuelles Tasten oder durch elektronische Messung an verschiedenen Körperregionen lässt sich die Gefäßausdehnung der Arterien bestimmen. Die Anzahl der Herzkontraktionen entspricht der Anzahl des gefühlten oder gemessenen Pulses.

Puls lässt sich unterscheiden in arteriellen und venösen Puls. Der Venenpuls wird medizinisch meist als weniger relevant angesehen. Man spricht hier auch von einer retrograden (rückwärts gerichteten) Fortleitung der Herzaktion in den Gefäßen. Der arterielle Puls (anterograde, vorwärts gerichtete Fortleitung) findet dagegen klinisch mehr Beachtung. Er gibt Auskunft über den individuellen Herzrhythmus, die Effektivität der Herzaktion den Blutdruck als auch über die systolische Druckanstiegsgeschwindigkeit und das Füllungsvolumen der Gefäße.

Von Pulsverlust, dem wichtigsten Indikator eines Kreislaufstillstands spricht man, wenn sich kein Puls mehr tasten oder messen lässt.

Ruhepuls

Älterer Mensch auf einer Bank. Der Puls in Ruhe ist abhängig vom Alter.

Puls in Ruhe

Der Ruhepuls sagt aus, wie oft unser Herz in einer Minute schlagen muss, um unseren Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Wie schnell das Herz im Ruhezustand schlägt, ist abhängig vom Alter und bei jedem unterschiedlich. Bei Bewegung oder Aktivität steigt unser Puls, weil dann mehr Blut in die Muskeln gepumpt werden muss. Bei einem gesunden Erwachsenen liegt der Ruhepuls bei etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute. Dagegen ist der Ruhepuls bei Sportlern deutlich niedriger, denn ein gut trainiertes Herz kann mit einem Herzschlag deutlich mehr Blut in die Muskeln pumpen.

Der Puls ist kein starrer Wert, sondern abhängig von vielen weiteren Faktoren, wie z. B. dem Wetter und der Tageszeit. Aber auch Hormone, Infektionen, Stress, Alkohol oder Koffein können Einfluss nehmen.

Manchmal rast unser Puls und das Herz schlägt bis zum Hals. Unsere körperliche und psychische Verfassung lässt sich oft schon anhand des Pulses messen. Deshalb ist der Ruhepuls für Mediziner ein wichtiger Indikator.

Belastungspuls

Fahrradfahrer macht Sport und fährt auf der Straße. Er misst seinen Puls während des Trainings.

Puls unter Belastung

Bei Bewegung und Aktivität steigt der Puls an. Der sogenannte Belastungspuls wird während des Trainings gemessen. Da der Puls nach Belastung schnell wieder sinkt, sollte in den ersten 10 Sekunden nach Belastungsende gemessen werden. Sportler überprüfen oft Ihren Puls während des Trainings, um den optimalen Trainingspuls zu erreichen.

Der optimale Trainingspuls kann anhand verschiedenen Formeln berechnet werden und beschreibt den Pulsbereich, in dem der Sauerstofftransport und die Fettverbrennung optimal sind. Er hängt von den angestrebten Zielen ab und wird möglichst zuverlässig mit Hilfe der Spiroergonomie ermittelt, bei der auch der Blutdruck mitbestimmt wird. Der optimale Trainingspuls liegt dann meist bei 50 bis 75 Prozent des Maximalpulses, des schnellsten Pulses, den man unter Belastung erreichen kann.

Regelmäßiges Ausdauertraining hält fit, stärkt unseren Herzkreislauf und lässt das Herz langsamer und kraftvoller pumpen. Der Ruhepuls eines Sportlers liegt meist zwischen 32 und 45 Schlägen/Min. Zudem sinkt die Herzfrequenz bei trainierten Sportlern nach Belastung deutlich schneller. Dieser Erholungspuls zeigt an, wie schnell sich der Körper nach Belastung erholt und wie trainiert Herz und Kreislauf sind.


Wie wird Puls gemessen?

Eine Familie im Sommer am Strand, für die regelmäßiges Puls messen wichtig ist.

Ruhepuls messen | Foto: iStock

Den Ruhepuls misst man am besten morgens direkt nach dem Aufwachen vor dem Aufstehen, um die gemessenen Werte besser vergleichen zu können. Puls messen kann man manuell oder elektronisch mit einer Pulsuhr oder einem Blutdruckmessgerät. Bei der Messung wird in der Regel die Anzahl der Impulse bzw. Schläge pro Minute angegeben.

Manuelles Puls messen

Der Ruhepuls lässt sich ohne großen Aufwand ohne Gerät bestimmen. Zur Bestimmung des Pulses am Handgelenk legt man zwei oder drei Finger auf die Innenseite des Handgelenks unterhalb des Daumens und zählt nun 30 Sekunden lang die Schläge. Dieser Wert mal zwei ergibt den Puls pro Minute. Für die Messung eignen sich Zeige- und Mittelfinger besonders gut. Es gibt noch viele weitere Körperstellen zur Messung des arteriellen Pulses:

  • Halsschlagader
  • Leiste
  • Kniekehle
  • Fuß (hinter dem Innenknöchel oder am mittleren Fußrücken)
  • Über der Herzspitze
  • Schläfe
  • Achselhöhle
  • Innenseite des Oberarmes

Es sollte jedoch immer die gleiche Arterie verwendet werden, um verlässliche Vergleichswerte zu erhalten.

Achtung: Der eigene Daumen sollten zur Messung nicht verwendet werden. Der eigene Puls ist dort besonders stark, so dass das Messergebnis verfälscht werden kann.

Puls messen mit einem elektronischen Pulsmesser

Drei Pulsuhren in schwarz, rosa und gelb, die den Puls elektronisch beim Sport messen können.

Puls messen mit einer Pulsuhr

Der Ruhepuls kann auch mit einem elektronischen Pulsmesser, wie einem Ohrclip, Fingerclip oder einer Pulsuhr gemessen werden. Soll der Puls z. B. in der Intensivmedizin langfristig und lückenlos überwacht werden, wird meist ein Ohr- oder Fingerclip eingesetzt. Beim Sport ist die Pulsuhr hilfreich, um den eigenen Trainingspuls zu überwachen. Als Fitnessarmband mit oder ohne Brustgurt gibt es zahlreiche Modelle, die Trainingsdaten, Ruhepuls, Pulszonen, Pulsmaximalwert und weitere Werte berechnen.

Puls messen mit einem Blutdruckmessgerät

Auch mit einem elektronischen Blutdruckmessgerät lässt sich die Pulsfrequenz bestimmen. Alle visomat Blutdruckmessgeräte verfügen über eine Pulsanzeige und können unregelmäßige Pulse erkennen. Sollten während der Messung ungleiche Pulse festgestellt werden, erscheint nach der Messung ein Herz-Symbol im Display. Dies kann durch Herzrhythmusstörungen, Sprechen oder auch durch Tiefenatmung ausgelöst werden.

Das Blutdruckmessgerät visomat double comfort mit der präzisen 2-fach Messung, das neben dem Blutdruck auch den Puls misst.

visomat double comfort | © visomat

visomat double comfort misst anhand des integrierten Stethoskops genau wie Ihr Arzt die Korotkow-Töne und ist daher besonders empfehlenswert bei Herzrhythmusstörungen. Es kann außerdem Vorhofflimmern erkennen. Wenn das Symbol blinkt: Es wurden starke Pulsunruhen mit sehr schnellem Puls erkannt. Möglicherweise handelt es sich um Vorhofflimmern. Wiederholen Sie dann die Messung. Erscheint das Symbol bei drei aufeinanderfolgenden Messungen, sollten Sie das unbedingt mit Ihrem Arzt besprechen.

Messergebnisse mit unregelmäßigen Pulsen sollten als kritisch angesehen und unter günstigeren Bedingungen wiederholt werden. Bitte nehmen Sie sollte Anzeichen ernst und besprechen Sie diese, soweit nicht bereits bekannt, mit Ihrem Arzt.


Warum Puls messen?

Puls messen ist eine der wichtigsten Untersuchungen in der Medizin, um Auskunft über die Frequenz und Qualität des Herzschlags sowie über den Kreislauf zu gewinnen. Regelmäßiges Puls messen hilft, um Veränderungen der Körperfunktionen oder die Wirkung von Medikamenten rechtzeitig zu erkennen.

Die Grafik zeigt eine unregelmäßige Abfolge des normalen Herzschlags. Die Störungen sind eingezeichnet. Die Herzrhythmusstörungen können bei der Blutdruckmessung erkannt werden.

Herzrhythmusstörungen erkennen | © visomat

Unregelmäßige Pulswellen oder auch Vorhofflimmern, eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle, können frühzeitig festgestellt werden. Herzrhythmusstörungen können als harmloses Phänomen bei gesunden Personen auftreten, oder als krankhafte bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

Sportler messen ihren Puls, um das Training beim Sport zu kontrollieren. Es lässt sich dann erkennen, wie sehr sie sich beim Training anstrengen und in welchem Bereich der Herzfrequenz (Fettverbrennung oder Verbesserung der Ausdauer) sie sich gerade befinden.


Welcher Puls ist normal?

Der Ruhepuls hat viele Einflussfaktoren und ist abhängig vom Lebensalter. Dennoch gibt es Richtwerte, welcher Puls in welchem Alter als normal eingestuft wird.

Durchschnittlicher Ruhepuls
Säuglingeca. 130/min
Kinderca. 83-100/min
Jugendlicheca. 78-85/min
Erwachseneca. 60-80/min
Seniorenca. 80/min

Generell liegt bei Frauen der Ruhepuls in der Regel etwas höher als bei Männern. Auch Schwangere haben einen höheren Puls, um das Baby im Bauch mit ausreichend Blut zu versorgen.

Niedriger Puls

Von einem niedrigen Puls, einer Bradykardie spricht man bei Erwachsenen von weniger als 60 Schlägen pro Minuten. Vor allem bei trainierten Sportlern kommt eine Bradykardie häufig vor, wenn sich das Herz an das Training angepasst hat.

Ein niedriger Puls kann verschiedene Ursachen haben. Oft haben Sportler einen niedrigeren Puls aufgrund des trainierten Herzens oder Patienten, deren Medikamente wie z. B. Beruhigungsmittel, Betablocker oder Opiate einen langsameren Puls verursachen. Es kann jedoch auch eine krankhafte Ursache dahinterstecken:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Hirnhautentzündung
  • Herzmuskelentzündung
  • Herzschwäche

Deshalb sollte auch ein zu niedriger Puls vorsichtshalber ärztlich abgeklärt werden.

Was tun bei niedrigem Puls?

Falls eine Therapie der Bradykardie notwendig ist, richtet sie sich nach der Ursache.

  • Ist ein Medikament ausschlaggebend, sollte dieses nach ärztlicher Absprache weggelassen oder ersetzt werden.
  • Medikamentöse Therapie, um den Herzrhythmus zu normalisieren
  • Einsatz eines Herzschrittmachers, falls eine medikamentöse Therapie nicht möglich ist.

Im Allgemeinen hilft eine gesunde Lebensweise mit vielen vitamin- und ballaststoffreichen Lebensmitteln das Herz zu entlasten und zu unterstützen. Auch eine mögliche Gewichtsreduktion sowie der Verzicht auf Alkohol, Rauchen und Stress können helfen.

Hoher Puls

Kurzfristig kann unser Puls durch viele Einflussfaktoren wie z. B. körperliche Anstrengung, Fieber oder Aufregung steigen. Ein hoher Puls bedeutet daher nicht sofort eine Krankheit. Ist der Ruhepuls jedoch dauerhaft erhöht, sollte dies ärztlich untersucht werden, um eine ernste Erkrankung auszuschließen. Bereits ab einem dauerhaften Puls von über 77 Schlägen pro Minute steigt das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Was tun bei hohem Puls?

Ihr Arzt hat festgestellt, dass Sie unter einem zu hohen Puls leiden? Liegt wirklich eine Krankheit als Ursache vor, dann sollte zuerst eine entsprechende Behandlung erfolgen. Außerdem kann Ihnen Ihr Arzt Ratschläge geben, Ihre eigenen Lebensumstände entsprechend anzupassen.

Gesunde Erwachsene können ihre Herzfrequenz durch regelmäßiges Ausdauertraining und Fitness senken. Auch ein Blick auf die eigene Ernährung oder eine Gewichtsreduktion können hilfreich sein, um den Ruhepuls zu senken. Auch Stressabbau sollte bei der Senkung der Herzfrequenz Beachtung finden.


Ein gesundes Pärchen, das regelmäßig seinen Blutdruck und Pulsdruck mit einem visomat Blutdruckmessgerät misst.

Pulsdruck messen

Tipp: Gerade ältere Menschen sollten auch dem Pulsdruck besondere Beachtung schenken.


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