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Das Bild zeigt eine übersichtliche Wochen-Tablettenbox mit zahlreichen Medikamenten, die auch niedrigen Blutdruck verursachen können

Welche Ursachen hat niedriger Blutdruck?

Im Allgemeinen ist der Blutdruck kein starrer Wert, sondern schwankt und kann sich innerhalb kurzer Zeit aufgrund verschiedener Faktoren verändern. Unser Blutdruck ist abhängig von der Uhrzeit, Körperposition, dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Ernährung, dem Atemrhythmus, der Situation und von Medikamenten.

Sie haben niedrigen Blutdruck, fühlen sich damit aber wohl und haben keine Beschwerden? Prima, so können Sie gesund ins Alter starten. Betroffene mit einem permanent zu niedrigen Blutdruck haben jedoch oft viele Beeinträchtigungen und suchen nach möglichen Ursachen und Lösungen.

Niedriger Blutdruck – verschiedene Arten

Niedriger Blutdruck lässt sich in verschiedene Arten einteilen. Um festzustellen, welche Form jeweils  vorliegt, wird der behandelnde Arzt Blutdruck messen und einige Untersuchungen vornehmen. Zudem ist es wichtig, ob krankhafte Ursachen vorliegen und ob Medikamente eingenommen werden.

Primär niedriger Blutdruck

Diese Form ist meist erblich bedingt und die Wissenschaft geht davon aus, dass durch eine angeborene körperliche Disposition bestimme Mechanismen im Kreislauf zu langsam einsetzen. Betroffen sind meist junge, schlanke Frauen, aber auch Menschen, die sich ungern bewegen. Oft verursacht eine anlagebedingte primäre Hypotonie keine Beschwerden und es ist keine Behandlung nötig.

Sekundär niedriger Blutdruck

Arterielle Hypotonie tritt in dieser Form als Hinweis auf eine andere Erkrankung oder sonstiger bekannter Faktoren auf. Der Vorteil eines sekundär niedrigen Blutdrucks ist die bekannte Ursache, für die sich möglicherweise leichter eine Lösung finden lässt.

HerzerkrankungenHerzkreislauferkrankungen können Ursachen sein. Bedingt durch eine Herzmuskelschwäche, z. B. nach einem Herzinfarkt, lange bestehendem Bluthochdruck oder nach Herzmuskelerkrankungen, arbeitet das Herz ineffektiv und das Blut kann nicht mehr mit genug Kraft in unserem Kreislauf transportiert werden.
HerzklappenfehlerAuch ein Herzklappenfehler kann die Ursache für eine arterielle Hypotonie sein. Ist der diastolische Blutdruck zu niedrig, kann eine Aortenklappeninsuffizienz vorliegen. Durch die durchlässige Aortenklappe fließt Blut zurück in das Herz und der untere Blutdruckwert sinkt.
Unterfunktion der Schilddrüse oder NebenniereHormonstörungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Erkrankung der Nebennieren können ebenfalls auf den Blutdruck Einfluss nehmen. Durch die Hormone wird der Salzhaushalt reguliert und damit der Flüssigkeitshaushalt und der Blutdruck unseres Körpers beeinflusst.
VenenschwächeBei Krampfadern kann das Blut in den Venen nicht mehr richtig fließen und staut sich insbesondere im Stehen in den Beinen. Durch diesen Blutstau sind die anderen Gefäße und das Herz nicht ausreichend versorgt und der Blutdruck fällt ab.
Neurologische ErkrankungenAuch Nervenerkrankungen, wie zum Beispiel diabetische Neuropathie können die Ursache für Hypotonie sein – meist für die orthostatische Hypotonie.
FlüssigkeitsmangelUrsache für die Entstehung können mangelnde Flüssigkeit durch langanhaltenden Durchfall oder Erbrechen sowie Blutverlust sein.
MedikamenteEin sehr starker Abfall der Blutdruckwerte kann auch durch Medikamenteneinnahme verursacht werden. Insbesondere bei blutdrucksenkenden Mitteln kann dieser Effekt zu Beginn der Behandlung auftreten. Auch verschiedene Psychopharmaka können der Grund für niedrigen Blutdruck sein.
SchwangerschaftNiedriger Blutdruck kommt in der Schwangerschaft bei vielen Frauen vor. Der wachsende Embryo drückt die zentralen Blutgefäße und die untere Hohlvene ab und es fließt dadurch weniger Blut zurück zum Herzen. Es wird weniger in den Kreislauf gepumpt und der Blutdruck sinkt. Nach den ersten Monaten pendelt sich meist der Blutdruck wieder von selbst in normale Blutdruckwerte ein.

Ursachen von Hypotonie können außerdem auch Infektionskrankheiten oder Salzmangel sein.

Orthostatische Hypotonie

Der menschliche Kreislauf ist in der Lage, den Blutdruck der jeweiligen Situation anzupassen und alle Organe jederzeit ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Dieser Regulationsmechanismus wird Orthostase-Regulation genannt.

Beim Aufstehen sackt das Blut naturgemäß in die Beine. Bei einer gut funktionierenden orthostatischen Regulation gleicht der Organismus das problemlos durch Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks aus. Das Gehirn kann weiterhin mit Blut bedient werden.

Bei dieser Form des niedrigen Blutdrucks ist der Regulationsmechanismus gestört. Es steigt zwar die Herzfrequenz, aber der Blutdruck sinkt. Bei einem Wechsel der Körperlage, vor allem beim Aufstehen aus einer liegenden oder sitzenden Position, fällt der Blutdruck ab und es drohen Ohrensausen, Schwindel bis hin zur Bewusstseinsstörung oder Ohnmacht.

Diese Form der Hypotonie kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann permanent, aber auch tage- oder phasenweise während einer Schwangerschaft, bei Hitze, Diabetes, Herzproblemen oder neurologischen Störungen auftreten. Auch Präparate wie Diuretika können die Ursache sein.

Postprandiale Hypotonie

Diese Form des niedrigen Blutdrucks tritt direkt nach dem Essen auf. Es fließ dann nach einer Mahlzeit zu viel Blut zum Verdauungssystem und die Versorgung des Gehirns ist währendessen nicht ausreichend. Die Kompensationsmechanismen, die das normalerweise steuern, fallen aus.

Bei Betroffenen, die grundsätzlich an zu hohem Blutdruck leiden, bei denen die Werte jedoch nach dem Essen abfallen, könnte die Ursache an einer nicht richtig eingestellten Medikamentendosierung liegen.

Niedriger Blutdruck niedriger Puls

Grundsätzlich ist ein niedriger Puls nichts Unnatürliches. Während des Schlafens senkt der Körper den Puls automatisch ab. Auch Leistungssportler haben durch das regelmäßige Training ein gestärktes Herzkreislauf-System mit einem niedrigeren Blutdruck und Puls.

Liegt jedoch kein sportliches Training vor und der Herzschlag verlangsamt sich dennoch, sollte dies untersucht werden. Möglicherweise handelt es sich um eine Bradykardie. In diesem Fall verringert sich die Blutzirkulation und die Sauerstoffversorgung sowie die Leistungsfähigkeit des Körpers sinken. Erkrankungen des Herzens, eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Stoffwechselerkrankung könnten die Ursache sein.

Niedriger Blutdruck hoher Puls

Bei einem sehr niedrigen Blutdruck kommt es oft zu einem hohen Puls. Das Herz versucht, den Durchblutungsmangel auszugleichen und beschleunigt den Herzschlag zur Versorgung der Organe. Das Blut wird dann zwar weiterhin mit wenig Druck, aber dafür mit einer hohen Geschwindigkeit durch den Körper gepumpt, um die Versorgung sicher zu stellen. Ein hoher Puls ist also typisch und sorgt für eine Kreislaufstabilisierung.

Diastolischer Wert zu niedrig

Das Herz pumpt Blut durch die Gefäße, der entstehende Blutdruck wird in den beiden Werten Systole (Kontraktion) und Diastole (Ausdehnung) ermittelt. Ist der untere Wert zu niedrig, d. h. unter 60 mmHg, kommen dafür unbedenkliche, aber auch Gründe in Betracht, die behandlungsbedürftig sind:

  • Hypotonie
  • Krampfadern
  • Herzschwäche
  • Herzklappenfehler, besonders bei einer Aortenklappeninsuffizienz
  • orthostatische Dysregulation
  • Medikamente, z.B. bei der Behandlung einer isolierten systolischen Hypertonie
  • Schwangerschaft, vor allem beim Liegen auf dem Rücken

Zu niedriger Blutdruck?

Von niedrigem Blutdruck oder Hypotonie spricht man bei Werten von unter 100 zu 60 mmHg bei Frauen sowie unter 110 zu 70 mmHg bei Männern. Betroffen sind meist jüngere, schlanke Frauen, die erblich bedingt an primärer Hypotonie leiden. Bei ausgeprägten Beschwerden sollte immer ein Arzt zu Rate gezogen werden, um eine eventuell vorliegende sekundäre Hypertonie auszuschießen.

Regelmäßiges Blutdruck messen hilft, festzustellen, ob ein niedriger Blutdruck, normaler Blutdruck oder Bluthochdruck besteht.

Welche Symptome hat niedriger Blutdruck?

Schwindel ist ein häufiges Symptom von niedrigem Blutdruck.

Niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck? Typische Symptome sind Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Müdigkeit und Bewusstseinsstörungen bis hin zur Ohnmacht. In unserem Beitrag Niedriger Blutdruck Symptome erfahren Sie viele weitere hilfreiche Informationen.

Welche Folgen kann niedriger Blutdruck haben?

Niedriger Blutdruck ist im Vergleich zu hohem Blutdruck selten bedrohlich. Im Gegenteil: Ein geringer Druck in den Blutgefäßen wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. Sinken der Blutdruck jedoch sehr stark, kann auch eine Hypotonie bedrohlich werden und zu einer Ohnmacht führen.

Niedriger Blutdruck in der Schwangerschaft

Vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft ist ein etwas niedrigerer Blutdruck normal. Normalerweise sollten sich die Werte danach wieder einpendeln. Sinken die Werte jedoch zu stark ab, kann die die Versorgung des Mutterkuchens jedoch nicht mehr ausreichend genug sein und das Ungeborene unterversorgt werden. Regelmäßiges Blutdruck messen hilft, die Werte immer im Auge zu behalten und gegebenenfalls den Frauenarzt oder die Hebamme zu informieren.

Niedriger Blutdruck bei älteren Menschen

Besonders bei älteren Menschen sind die Gefäße und Arterien oft verengt. Bei sehr niedrigem Blutdruck können die Organe möglicherweise nicht ausreichen durchblutet und versorgt werden. Zudem bereitet das Aufstehen und längeres Stehen häufig Schwierigkeiten und es kann zu einem Sturz kommen. Gerade bei Senioren können dann oft Knochenbrüche oder andere Komplikationen als Folge des niedrigen Blutdrucks auftreten.

Was tun bei niedrigem Blutdruck?

Niedriger Blutdruck – meist geht es dann eher und die Linderung der Beschwerden. Präparate sind meist nicht nötig. Besprechen Sie in unbedingt geplante Hausmittel und Maßnahmen vorher mit Ihrem Arzt, ob diese in Ihrem Fall geeignet sind. Auch eine eventuell zugrunde liegende Erkrankung muss vor einer Therapie ausgeschlossen und gegebenenfalls behandelt werden.

Niedriger Blutdruck Hausmittel

Viele Empfehlungen bei niedrigem Blutdruck klingen sehr einfach, erzielen jedoch ein sehr gutes Ergebnis. Sollten Ihre Beschwerden trotz der folgenden Empfehlungen nicht besser werden oder sich verschlechtern, ist möglicherweise doch medikamentöse Therapie ratsam.

Tipps, die das Herzkreislaufsystem ankurbeln und den Blutdruck erhöhen können:

  • Morgens abwechselnd kalt und warm duschen (mit kaltem Wasser abschließen)
  • Bürstenmassage (von außen bis hin zum Herzen)
  • Viel trinken (Obstsäfte, Früchtetee und Mineralwasser)
  • Koffeinhaltige Getränke (helfen nur akut)
  • Mehr Kochsalz-haltigere Speisen
  • Regelmäßiger Ausdauersport (Schwimmen, Radfahren, Wandern, Gymnastig)
  • Stress vermeiden
  • Orthostatische Hypotonie: Langsam aufstehen. Von einer liegenden Position am besten erst einmal hinsetzen, kurz warten und dann langsam aufstehen.
  • Postprandiale Hypotonie: kleine Portionen essen und auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten (wenig Zucker und Weißmehl)

Medikamente niedriger Blutdruck

Meist sind bei niedrigem Blutdruck keine Präparate wie Diuretika nötig. Sollten die Beschwerden jedoch sehr gravierend sein, ist dann in manchen Fällen doch eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Ihrem Arzt stehen verschiedene Wirkstoffe zur Verfügung:

  • Sympathomimetika
  • Mineralkortikoide
  • Ergotaminabkömmlinge
  • Orthostase-Syndrom: Alpha-Adrenorezeptor-Agonisten (diese werden jedoch oft nur in schwerwiegenden Fällen eingesetzt)

Blutdruck richtig messen

Bluthochdruck ist ein viel besprochenes Thema. Niedriger Blutdruck (Hypotonie) steht dagegen aufgrund der meist geringen Risiken sehr viel weniger im Fokus.

Um niedrigen Blutdruck festzustellen und über seine Werte Bescheid zu wissen, ist regelmäßiges Blutdruck messen das einfachste und sicherste Mittel zur Diagnose. Um zu überprüfen, ob normaler Blutdruck besteht oder ob der Blutdruck dauerhaft erniedrigt ist, wird oftmals eine 24h-Blutdruckmessung durchgeführt.


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