Blutdruck messen

Was ist Blutdruck?

Bedeutung des Blutdrucks

Das Herz pumpt Blut durch die Blutgefäße. Dadurch entsteht Druck – der sogenannte Blutdruck. Pro Minute zieht sich das Herz 60-80 mal zusammen und dehnt sich wieder aus. Dabei pumpt es ca. 5 Liter Blut durch unsere Gefäße.

Mit steigender körperlicher Anstrengung kann die Blutdurchflussmenge bis auf das Fünffache gesteigert werden. Unser Herz reagiert auf alles, was wir machen und passt sich unserem Leben in kürzester Zeit an. Durch das Pumpen versorgt unser Herz die Zellen und Organe mit Sauerstoff und transportiert gleichzeitig Kohlendioxid zurück zum Herzen, um es später in der Lunge abzubauen.

Der Blutdruck wir in zwei Werten ermittelt:
Systole – höherer Wert (die Kontraktion)
Diastole – niedrigerer Wert (die Ausdehnung)

Blutdruck wird in der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg.

Ist unser Blutdruck dauerhaft erhöht, spricht man von Bluthochdruck oder einer Hypertonie.

Hintergrund

Vor genau 300 Jahren begann in England die Geschichte der Blutdruckmessung. Der Physiologe Stephen Hales konnte 1713 erstmals den Blutdruck messen. Damals allerdings noch an einem Pferd. Hales legte ein Pferd auf den Rücken, führte ein ca. 3 Meter langes Glasrohr in die Halsschlagader ein und beobachtete das Verhalten des Blutes in der Röhre (direkte arterielle Blutdruckmessung). Hales erkannte auch, dass der Blutdruck in den großen Gefäßen von zwei Größen abhängig war: der Herzleistung und dem peripheren Widerstand. Bei dieser Gelegenheit vermutete er auch, dass die erhöhte diastolische Füllung vom Herzen mit einem vermehrten systolischen Blutauswurf beantwortet wird.

Um die schwierige Frage des kardialen Auswurfvolumens pro Minute und Ruhebedingungen beurteilen zu können, zählte er die Pulsrate des Tieres vor Beginn des Experiments, bestimmte invasiv den venösen und arteriellen Druck, ließ das Tier ausbluten und injizierte dann geschmolzenes Wachs über die Pulmonalvene in den linken Ventrikel, das dann in der Glasröhre an der Karotis erschien. Nachdem das Wachs hart war, schnitt er den Abguss des linken Ventrikels aus und bestimmte Volumen und Oberfläche desselben: „So dass ein solchermaßen gebildetes Stück Wachs durchaus der Blutmenge, die dieser Ventrikel bei jeder Diastole empfängt angemessen ist, und die dann bei den nachfolgenden Systolen in die Aorta getrieben wird.“ (Hales 1733)

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte der Franzose Jules Harrison das erste Instrument, welches die Kraft des Pulses darstellen konnte. Eine mit Quecksilber gefüllte Glasröhre wurde mit dem offenen Ende über eine Ledermembrane gezogen und bis zum Schwinden des Pulses auf die Arteria radialis gedrückt. Die Vorstufe zu ersten Quecksilbermanometern.

Jean Louis Léonard Marie Poiseuille beschrieb erstmals zur Blutdruckabschätzung ein Quecksilbermanometer (Poiseuille-Haemodynamometer) und zeigte, dass der Blutdruck bei Exspiration ansteigt und bei Inspiration sinkt (1828). Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der Physiologie des Blutkreislaufs: die Bewegung von venösem Blut und Kapillarblut im Kreislaufsystem sowie dem Kälteeinfluss auf den Kapillarkreislauf.

mehr zu Jean Louis Léonard Marie Poiseuille: http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Léonard_Marie_Poiseuille

Heute ist die Blutdruckmessung die weltweit am häufigsten durchgeführte Untersuchung in Krankenhäusern und bei Ärzten.

Warum messen?

Auch gesunde Menschen sollten ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Bluthochdruck spürt und sieht man nicht – man kann ihn nur messen. Wird eine Hypertonie rechtzeitig erkannt, können Folgeerkrankungen frühzeitig durch den Arzt behandelt werden. Achten Sie auf Ihren Blutdruck!

Wie misst man Blutdruck?

Wo messen?

Oberarm

Die klassische Methode, die von den meisten Ärzten empfohlen wird, ist die am Oberarm. Hier sind die Druckwellen (Oszillationen) in der Regel am besten aufzunehmen. Bei der Messung wird durch die aufblasbare Manschette der Blutfluss unterbrochen. Die Arterie wird abgedrückt, bis kein Puls mehr fühlbar ist. Dann wird die Luft langsam aus der Manschette wieder abgelassen. Nach dieser Methode messen alle visomat Blutdruckmessgeräte.

Handgelenk

Die Blutdruckmessung am Handgelenk ist eine Alternative zur Messung am Oberarm. Diese Geräte sind klein und einfach anzulegen – wie eine Armbanduhr. Besonders bequem ist die Blutdruckmessung mit dem Handgelenkmessgerät visomat handy. Es ist besonders messgenau und ideal für die ganze Familie oder auch als Zweitgerät für unterwegs.

Ab einem Alter von ca. 60 Jahren sollten Sie jedoch prüfen, ob die am Handgelenk gemessenen Werte noch mit am Oberarm gemessenen Werten übereinstimmen. Führen Sie mehrere Vergleichsmessungen durch: Ist die Abweichung >10 mmHg, sollten Sie am Oberarm messen. Im Alter können verschiedenste Gegebenheiten die Werte einer Handgelenkmessung negativ beeinflussen.

Stethoskop

Der Arzt prüft währenddessen mit einem Stethoskop direkt an der Schlagader, wann wieder ein Verwirbelungsgeräusch zu hören ist – der systolische Wert. Lässt man die Luft der Manschette weiter ab, verschwinden die Verwirbelungsgeräusche wieder – der diastolische Wert.

Wann messen?

Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck regelmäßig. Um wirklich aussagekräftige Werte zu bekommen, sollte die Messung immer zur gleichen Zeit unter gleichen Bedingungen erfolgen. Beispielsweise immer morgens nach dem Frühstücken und abends nach dem Abendessen, wenn Sie zur Ruhe gekommen sind.

Womit messen?

Die vollautomatischen visomat Blutdruckmessgeräte übernehmen die Messung für Sie und bieten Bluthochdruckpatienten die so wichtige Sicherheit. Die Messgenauigkeit wurde von verschiedenen, unabhängigen Instituten klinisch geprüft und für sehr gut empfunden.

Was ist beim Blutdruck messen zu beachten?

  • Kontrollieren Sie Ihre Blutdruckwerte regelmäßig, mindestens zweimal täglich, z.B. morgens nach dem Aufstehen und abends, wenn Sie sich nach der Arbeit entspannt haben. Um bestmögliche Vergleichswerte zu bekommen, sollten die Messungen immer zur gleichen Zeit und unter den gleichen Bedingungen durchgeführt werden.
  • Messen Sie zuerst Ihren Oberam- bzw. Hangelenkumfang. Wichtig für ein korrektes Messergebnis ist die richtige Manschettengröße und das korrekte Anlegen der Manschette!
  • Führen Sie die Messung an dem Arm durch, den der Arzt empfiehlt. Beim ersten Mal den Druck an beiden Armen messen und in Zukunft den Arm mit dem höheren Wert zum Messen wählen.
  • Blutdruckmessen sollten Sie in Ruhe. Messen Sie im Sitzen und warten Sie mindestens 5 Minuten, bis Ihr Kreislauf sich beruhigt hat. Jede Anstregung und Aufregung lässt den Blutdruck kurzfristig in die Höhe schnellen.
  • Die Manschette muss auf Herzhöhe sein. Bei der Handgelenkmessung also nicht am hängenden Arm messen und das Handgelenk nicht abknicken, so dass sich die Manschette auf Herzhöhe befindet. Legen Sie Bei der Oberarmmessung den Handrücken so auf dem Tisch, dass die Handinnenfläche nach oben zeigt.
  • Während der Messung sollten Sie nicht sprechen und die Beine nicht überkreuzen.
  • Zwischen zwei Blutdruckmessungen sollen Sie mindestens 3 Minuten warten.
  • Tragen Sie Ihre Werte in einen Blutdruckpass ein oder übertragen Sie die Werte mittels Software auf Ihren PC und bringen Sie Ihre Messwerte zu jedem Arztbesuch mit.

Selbstmessung bedeutet noch keine Therapie. Bitte verändern Sie auf keinen Fall von sich aus die vom Arzt verschriebene Dosierung der Arzneimittel.