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Wie misst man Blutdruck?

Wo messen?

Es wird eine korrekt 2-3 cm oberhalb der Armbeuge platzierte Manschette gezeigt.

Oberarm Blutdruckmessung am Tisch

Oberarm

Die klassische Methode, die von den meisten Ärzten empfohlen wird, ist die am Oberarm. Hier sind die Druckwellen (Oszillationen) in der Regel am besten aufzunehmen. Bei der Messung wird durch die aufblasbare Manschette der Blutfluss unterbrochen. Die Arterie wird abgedrückt, bis kein Puls mehr fühlbar ist. Dann wird die Luft langsam aus der Manschette wieder abgelassen. Nach dieser Methode messen alle visomat Blutdruckmessgeräte.

 

Handgelenk Blutdruckmessung am Tisch

Handgelenk

Die Blutdruckmessung am Handgelenk ist eine Alternative zur Messung am Oberarm. Diese Geräte sind klein und einfach anzulegen – wie eine Armbanduhr. Besonders bequem ist die Blutdruckmessung mit dem Handgelenkmessgerät visomat handy. Es ist besonders messgenau und ideal für die ganze Familie oder auch als Zweitgerät für unterwegs.

Ab einem Alter von ca. 60 Jahren sollten Sie jedoch prüfen, ob die am Handgelenk gemessenen Werte noch mit am Oberarm gemessenen Werten übereinstimmen. Führen Sie mehrere Vergleichsmessungen durch: Ist die Abweichung >10 mmHg, sollten Sie am Oberarm messen. Im Alter können verschiedenste Gegebenheiten die Werte einer Handgelenkmessung negativ beeinflussen.

 

Welcher Arm: Rechts oder links?

 

Sichtbar ist die am linken und rechten Arm korrekt platzierte Manschette

Arterienverlauf | Foto: © visomat

Sie können Ihren Blutdruck generell an beiden Armen messen. Es ist ratsam, bei den ersten Messungen zu prüfen, ob Ihre Werte an einem der beiden Arme höher sind. Ist dies der Fall, sollten Sie diesen Arm für weitere Messungen nutzen, da immer die höheren Messwerte entscheidend sind. Sollte die Differenz größer sein als 10 mmHg sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen, um eine Erkrankung auszuschließen.

 

Wie messen?

Direkt oder indirekt

Der Blutdruck kann durch die indirekte Methode anhand einer Blutdruckmanschette oder durch die direkte Methode über einen Katheter in der Schlagader gemessen werden. Während die direkte Blutdruckmessung häufig in der Intensivmedizin angewandt wird, ist die indirekte Messung das verbreitetste Messverfahren im Heimanwenderbereich.

Auskultatorisch oder oszillometrisch

Bei der indirekten Methode wird der Blutdruck oft auskultatorisch nach Riva-Rocci anhand eines Stethoskops ermittelt. Der Arzt prüft direkt an der Schlagader, wann wieder ein Verwirbelungsgeräusch (Korotkow-Geräusch) zu hören ist – der systolische Wert. Lässt man die Luft der Manschette weiter ab, verschwinden die Verwirbelungsgeräusche wieder – der diastolische Wert. Für die regelmäßige Blutdruckkontrolle zuhause wird dagegen meist mit vollautomatischen Geräten gemessen, indem eine aufpumpbare Blutdruckmanschette um Oberarm oder Handgelenk gelegt wird (oszillatorische Methode).

Höchste Messgenauigkeit erhalten Sie mit visomat double comfort: Mit dem in der Manschette integrierten Mikrofon kann auch nach Korotkow gemessen werden – so wie auch Ihr Arzt mit dem Stethoskop misst.

24-Stunden-Blutdruckmessung (Langzeitblutdruckmessung)

Weil der Blutdruck tageszeitlichen Schwankungen unterliegt, kann es sinnvoll sein, eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchzuführen. Mit dieser Untersuchung lässt sich auch die Wirksamkeit einer medikamentösen Bluthochdrucktherapie ermitteln. Die Messung wird mit einem tragbaren Blutdruckmessgerät durchgeführt, der Patient muss dafür also nicht im Krankenhaus bleiben. Im Laufe von 24 Stunden pumpt sich die Manschette in regelmäßigen Abständen immer wieder selbst auf und misst den jeweiligen Blutdruck. Die erfassten Werte werden im Gerät gespeichert, sodass der Arzt sie am folgenden Tag auswerten kann.

Bei der 24-Stunden-Blutdruckmesung ist es sinnvoll, besondere Vorkommnisse oder Aktivitäten im Alltag zu dokumentieren. Schreiben Sie am besten auf, ob und wann Sie besonderen Stress hatten, Sport getrieben oder geschlafen haben. Das erleichtert Ihrem Arzt die Auswertung der Blutdruckwerte.

Wann messen?

Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck regelmäßig. Um wirklich aussagekräftige Werte zu bekommen, sollte die Messung immer zur gleichen Zeit unter gleichen Bedingungen erfolgen. Beispielsweise immer morgens nach dem Frühstücken und abends nach dem Abendessen, wenn Sie zur Ruhe gekommen sind.

Womit messen?

Die vollautomatischen visomat Blutdruckmessgeräte übernehmen die Messung für Sie und bieten Bluthochdruckpatienten die so wichtige Sicherheit. Die Messgenauigkeit wurde von verschiedenen, unabhängigen Instituten klinisch geprüft und für sehr gut empfunden.

 

 

 

Warum messen?

Was ist Bluthochdruck? Der Mann ist sich nicht sicher, welche Symptome es gibt.

Bluthochdruck spürt und sieht man nicht

Auch gesunde Menschen sollten ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren. Bluthochdruck spürt und sieht man nicht – man kann ihn nur messen. Wird eine Hypertonie rechtzeitig erkannt, können Folgeerkrankungen frühzeitig durch den Arzt behandelt werden. Achten Sie auf Ihren Blutdruck – ganz unkompliziert geht das mit einer Blutdrucktabelle.

 


Was ist Blutdruck?

Bedeutung des Blutdrucks

Das Herz pumpt Blut durch die Blutgefäße. Dadurch entsteht Druck – der sogenannte Blutdruck. Pro Minute zieht sich das Herz 60-80 mal zusammen und dehnt sich wieder aus. Dabei pumpt es ca. 5 Liter Blut durch unsere Gefäße.

Mit steigender körperlicher Anstrengung kann die Blutdurchflussmenge bis auf das Fünffache gesteigert werden. Unser Herz reagiert auf alles, was wir machen und passt sich unserem Leben in kürzester Zeit an. Durch das Pumpen versorgt unser Herz die Zellen und Organe mit Sauerstoff und transportiert gleichzeitig Kohlendioxid zurück zum Herzen, um es später in der Lunge abzubauen.

Der Blutdruck wird in zwei Werten ermittelt:
Systole – höherer Wert (die Kontraktion)
Diastole – niedrigerer Wert (die Ausdehnung)

Blutdruck wird in der Maßeinheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben, zum Beispiel 120/80 mmHg.

Regelmäßige Bewegung und körperliche Aktivität helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Niedriger Blutdruck

Ist unser Blutdruck dauerhaft erhöht, spricht man von Bluthochdruck oder einer Hypertonie. Sind die Werte dauerhaft besonders niedrig, spricht man von niedrigem Blutdruck. Niedriger Blutdruck ist selten bedrohlich, kann jedoch auch die Folge anderer Krankheiten sein.

 

 

Hintergrund

Vor genau 300 Jahren begann in England die Geschichte der Blutdruckmessung. Der Physiologe Stephen Hales konnte 1713 erstmals den Blutdruck messen. Damals allerdings noch an einem Pferd. Hales legte ein Pferd auf den Rücken, führte ein ca. 3 Meter langes Glasrohr in die Halsschlagader ein und beobachtete das Verhalten des Blutes in der Röhre (direkte arterielle Blutdruckmessung). Hales erkannte auch, dass der Blutdruck in den großen Gefäßen von zwei Größen abhängig war: der Herzleistung und dem peripheren Widerstand. Bei dieser Gelegenheit vermutete er auch, dass die erhöhte diastolische Füllung vom Herzen mit einem vermehrten systolischen Blutauswurf beantwortet wird.

Um die schwierige Frage des kardialen Auswurfvolumens pro Minute und Ruhebedingungen beurteilen zu können, zählte er die Pulsrate des Tieres vor Beginn des Experiments, bestimmte invasiv den venösen und arteriellen Druck, ließ das Tier ausbluten und injizierte dann geschmolzenes Wachs über die Pulmonalvene in den linken Ventrikel, das dann in der Glasröhre an der Karotis erschien. Nachdem das Wachs hart war, schnitt er den Abguss des linken Ventrikels aus und bestimmte Volumen und Oberfläche desselben: „So dass ein solchermaßen gebildetes Stück Wachs durchaus der Blutmenge, die dieser Ventrikel bei jeder Diastole empfängt angemessen ist, und die dann bei den nachfolgenden Systolen in die Aorta getrieben wird.“ (Hales 1733)

Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte der Franzose Jules Harrison das erste Instrument, welches die Kraft des Pulses darstellen konnte. Eine mit Quecksilber gefüllte Glasröhre wurde mit dem offenen Ende über eine Ledermembrane gezogen und bis zum Schwinden des Pulses auf die Arteria radialis gedrückt. Die Vorstufe zu ersten Quecksilbermanometern.

Jean Louis Léonard Marie Poiseuille beschrieb erstmals zur Blutdruckabschätzung ein Quecksilbermanometer (Poiseuille-Haemodynamometer) und zeigte, dass der Blutdruck bei Exspiration ansteigt und bei Inspiration sinkt (1828). Er beschäftigte sich hauptsächlich mit der Physiologie des Blutkreislaufs: die Bewegung von venösem Blut und Kapillarblut im Kreislaufsystem sowie dem Kälteeinfluss auf den Kapillarkreislauf.

mehr zu Jean Louis Léonard Marie Poiseuille: http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Léonard_Marie_Poiseuille

Heute ist die Blutdruckmessung die weltweit am häufigsten durchgeführte Untersuchung in Krankenhäusern und bei Ärzten.

 

 

 


Was ist beim Blutdruck messen zu beachten?

  • Kontrollieren Sie Ihre Blutdruckwerte regelmäßig, mindestens zweimal täglich, z.B. morgens nach dem Aufstehen und abends, wenn Sie sich nach der Arbeit entspannt haben. Um bestmögliche Vergleichswerte zu bekommen, sollten die Messungen immer zur gleichen Zeit und unter den gleichen Bedingungen durchgeführt werden.
  • Messen Sie zuerst Ihren Oberarm- bzw. Handgelenkumfang. Wichtig für ein korrektes Messergebnis ist die richtige Manschettengröße und das korrekte Anlegen der Blutdruckmanschette!
  • Führen Sie die Messung an dem Arm durch, den der Arzt empfiehlt. Beim ersten Mal den Druck an beiden Armen messen und in Zukunft den Arm mit dem höheren Wert zum Messen wählen.
  • Blutdruck messen sollten Sie in Ruhe. Messen Sie im Sitzen und warten Sie mindestens 5 Minuten, bis Ihr Kreislauf sich beruhigt hat. Jede Anstrengung und Aufregung lässt den Blutdruck kurzfristig in die Höhe schnellen.
  • Die Manschette muss auf Herzhöhe sein. Bei der Handgelenkmessung also nicht am hängenden Arm messen und das Handgelenk nicht abknicken, so dass sich die Manschette auf Herzhöhe befindet. Legen Sie Bei der Oberarmmessung den Handrücken so auf dem Tisch, dass die Handinnenfläche nach oben zeigt.
  • Während der Messung sollten Sie nicht sprechen und die Beine nicht überkreuzen.
  • Zwischen zwei Blutdruckmessungen sollen Sie mindestens 3 Minuten warten.
  • Tragen Sie Ihre Werte in eine Blutdrucktabelle ein oder übertragen Sie die Werte mittels Software auf Ihren PC und bringen Sie Ihre Messwerte zu jedem Arztbesuch mit.

 

Achtung: Selbstmessung bedeutet noch keine Therapie. Bitte verändern Sie auf keinen Fall von sich aus die vom Arzt verschriebene Dosierung der Arzneimittel.


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